Technische Analyse

 Neben der Fußball WM war das wichtigste Thema in Europa die Frage nach der konjunkturellen Entwicklung in den USA (Nachfrager) und China (Finanzierer) . Und die 2te Schätzung des US-GDP (1te Qu.2010) fiel mit +2,7% deutlich schwächer als erwartet (+3,0%) aus. Damit war der negative Reigen erfüllt und es kam im späten US-Handel zu „Bargain Hunting“ - Aktivitäten.

Auch konnte sich der EU€ im Wochenvergleich zu den G8 Währungen knapp stabilisieren, z.B. zum US$ mit 1,2280€/$ (EZB Fixing), d. h. -0,08%. Die quantitative Auswertung der Zahlungsströme und der währungsbereinigten Indexveränderungen zeigt nach dem Konzept der „mod. Comparative Relative Strength“ Gewinnmitnahmen an den US - Märkte, z. B. aufgrund der verschlechterten Exportaussichten nach der EU€ - Abwertung. Die neue RLS - Gewichtung auf Basis der GDP (OECD $ adjustiert auf 2005) liegt nunmehr bei 38,17% (= -9,5% zur Vorwoche), diese Eintrübung ist auch deutlich in der Grafik zu erkennen.

Dabei fällt auf, das die frei werdenden Mittel nicht nach Europa fließen, wie es von einigen Auguren erhofft wurde. Vielmehr konnte sich der japanische Markt zunehmender Beliebtheit erfreuen, RLS-Gewicht 12,98% (= +8,65%), dies entspricht einer Verdreifachung für Nikkei & Co.

Des weiteren partizipierten Indien und Hongkong in der letzten Woche von der globalen Reallokation. Die beiden letztgenannten Länder- bzw. Regionalindizes zeigen nunmehr seit ca. 4 Wochen eine deutlich besserer Entwicklung als der MSCI – World (€ und $). Dagegen zeigt die Grafik des DJ Stoxx50 KI als Referenz für Europa eine leichte Erholung. Das „CrossOver“ aus dem seit 01/2010 laufenden sekundären relativen Abwärtstrend ist derzeit misslungen.

Damit ist in Europa kaum mehr als „Window Dressing“ zum 30/06 zu erwarten. Und der Impuls dafür müsste jedoch aus den USA kommen, dort zeigen bis auf den DJIA (10.143,81) alle Major-Indizes seit Ende Mai negative Performancebeiträge. Die europäischen Peers haben dagegen bis auf FTSE100 (-2,74%), HEX (-0,79%) und SMI (-0,59%) positive Performanceentwicklungen im Juni gezeigt.

Der Investitionsgrad für ein globales Portfolio sollte gemäß „Quant“ – Auswertung mit 94,23% (91,73% weekly) weiterhin hoch gehalten werden. Die „Flut“ negativer Konjunkturdaten aus den USA und teils aus Europas (Ifo, ZEW etc.) führte in der letzten Woche nur zu geringem Abgabedruck, und ist damit ein Indizes für ein unverändert positives Sentiment der Akteure. Dagegen sind die Erwartungen an das G8 resp. G20 Treffen in Toronto „quasi“ nicht existent, daher ist auch keine Marktreaktion auf die „Nicht“ - Beschlüsse zu fassen. So ist die versprochene (?!) Reduzierung der Haushaltsdefizite um 50% von den hohen Werten aus 2009 bis 2013 leicht zu erreichen. (stat. Basiseffekt), viele EU-Staaten bleiben damit weiter über den Stabilitätskriterien gem. „Maastricht Vertrag“.

Die zugesagten Entwicklungshilfe - Gelder wurden bisher nicht insbesondere an Afrika ausgereicht, selbst die politische Logik gebietet es nicht, sich ausgerechnet jetzt an die bereits gemachten Zusagen zu halten.

Wie bereits letzte Woche dargelegt, haben die staatlich gestützten US-Banken bereits begonnen, die verzinslichen Fördergelder zurückzuzahlen, um wieder Handlungsspielraum zu gewinnen. Auch hat der Kongress am Freitag als erste US-Kammer das US-Haushaltsgesetz verabschiedet und ist damit Europa erneut voraus.

So werden in Deutschland , Frankreich private Banken weiterhin gestützt, durch Bad Banks und Sonderfonds Bilanzkosmetik betrieben. Diese Diskrepanz in der Wahrnehmung unterstützt die US$ - Notation. Mittelfristige Technik: Die Auswertung von u.a. DAX und Stoxx50 auf wöchentlicher Basis zeigt „Double Top“ – Formationen, resp. „Head & Shoulder“ Muster.

Das mittelfristige Korrekturrisiko für den DAX liegt z. B. bei 5,915 (= -2,6 %). Der „DAX „Weekly) zeigt eine „M“-Formation nahe der 200 Tagelinie. Erst ein Ausbruch über die 6,414 öffnet ein weiteres positives Ertragsbild. Andernfalls ist sogar eine Korrektur bis 5.885 (= -3,1 %) vorstellbar. Die Markttechnik zeigt für den EUR in der wöchentlichen Auswertung (siehe Anlage) eine deutliche Stabilisierung des EU€/US$ mit einem „Long Lower Shadow“.

Damit öffnet sich ein Erholungsfenster bis 1,2763 €/$ (= +1,9 %). Der nur geringe Impuls aus dem asiatischen Handel (Hongkong 20.710,74 +0,10 %), Shanghai (2.535,28 =-0,69%) oder Japan (9.693,94 = -0,45%) bei MEZ 09:00 ist wenig überzeugend, sollte jedoch als „Opening Kick“ für Europa fungieren.

Fazit: Die Hoffnungen richten sich auf das „Windows Dressing“ zur Wochenmitte, die geringen Restpotenziale veranlassen mich, an den bestehenden „Netto - Sicherungs“ - Positionen festzuhalten und mittels Branchen- und Regional Allokation ein Alpha-Management durchzuziehen.

Markttechnik Europa:

Im Wochenvergleich fuhren die europäischen Major-Indizes zwischen -2,35% und - 3,94% ein. Dies führte zu 3 „Big Black Candel“in Folge und ruft damit „Bargain Hunter“ aufs Parkett. Ziel dieser Akteure ist es, bis 30/06/2010 einen positiven Monatssaldo zu generieren. Die quantitative Branchenauswertung zeigt eine nahezu unveränderte Verteilung mit einem Soll- Investitionsgrad von 98,69% Dabei weisen die „“Heathcare“ (siehe Grafiken) und Telecommunication“ die besten Restpotenziale auf.

Dagegen zeigt die quantitative Regional - Auswertung z. B. für Spanien nach dem „Bargain Hunting“ der 2ten Juniwoche eine bereits wieder einsetzende Schwäche- phase zum „DJ Stoxx50 PI“ – Index an.

Der AEX (Niederlande) überzeugt dagegen mit dem konstantesten Verlauf (3 Monate) und ist daher auch aus „Chancen/Risiko“ Aspekte überzugewichten. Die klassische Markttechnik zeigt nach 3 „Black Candel“ in Folge eine leicht überverkaufte Marktsituation an. Die rückläufigen Ribbon – Ziele weisen jedoch die geringe Dynamik im Markt hin.

Dies wird von den sehr niedrigen Umsätzen in der letzten Woche unterstrichen. Die Ribbon - Analyse ermittelt für diese Woche ein Potenzial bis : DAX30 (6,131 = +1,0 %), Stoxx50KI (2.449 = -2,0 %), Eurostoxx50KI (2.701 = +2,7 %) und TecDAX (767 = +2,0 %).

Die Momentumwerte mit DMI (39 SMI bis 51 DAX), RSI (42 SMI bis 52 DAX), Stochastik (80 SMI bis 87 DAX) und CCI (-167 IBEX bis -114 SMI) zeigen ein neutrales Bewertungsniveau an.

Die Markttechnik beschreibt inkl der heutigen Zuschläge (11:00 MEZ) Erholungspotenzial von max. +1% für die nächsten 5 Tage. Markttechnik USA: In den USA konnten die konjunkturellen Frühindikatoren nicht überzeugen, folgerichtig zeigt die „quantitative Auswertung“ abnehmendes Interesse globaler institutioneller Anleger. So sank der entsprechende Soll-Investitionsgrad von 91,37% auf 88,28%, dabei sind jedoch weiter 105 (von 119 Sub-Sektoren) technisch auf „Long“ und 76 Sektoren (= 63,87%) zeigen darüber hinaus eine relative Stärke zum S&P500.

In der „Wochenauswertung zeigt dieser Major - Index (Grafik) jedoch ein „Big Black Candel“ , welches den „White Body“ der Vorwoche komplett umschließt (-). Die Bewegung führte auf wöchentlicher Betrachtung exakt an das 50% Fibonacci – Retracement 1.123.

Die Ribbon – Auswertung auf wöchentlicher Basis lässt ebenfalls eine Erholung bis 1.123 aus dem „Window Dressing“ erwarten. In dieser Bewegung sind die folgenden Sektoren (alphabetisch) aus quantitativer und fundamentaler Sicht interessant: BioTechs, Casinos, Coal, Containers, Distillers, Electric Utilities, Fixed Line Communication, Gas Utilities, Healthcare, Heavy Machinery, Industrial Equipment, Life & Health Insurance, Marine Transport, Pharmaceutics, Pollution Control, Precious Metals, Railrods, Telecoms Ware, Wireless Communications.

Die technische Auswertung auf täglicher Basis zeigt für den Nasdaq Composite, S&P500 und DJIA „Spinning Top“ nach 3 „Big Black Candel“, der Russell2000 schaffte sogar ein „White Candel“. Damit zeichnet sich eine klassische technische Erholung in kurzfristigen Abwärtstrends an.

Nach Ribbon - Auswertung ist das Potenzial für die Woche bei S&P500 (1,108 = +2,9 %), S&P100 (501 = +3,0 %), DJIA (10.361 = +2,1 %), Russell2000 (662 = +2,6 %) und Nasdaq Composite (2,288 = +2,9 %). Auch die Momentumwerte mit DMI (33 S&P100 bis 41 DJIA), RSI (43Russell2000 bis 47 DJIA), Stochastik (49 S&P100 bis 57 DJIA) und CCI (-124 S&P100 bis -157 DJIA Anderen) zeigen eine sich bessernde Situation an.

Das nahe Quartalsende sollte mit einer Wahrscheinlichkeit bis 67,3 % ein sogar einem „Overshooting“ über die Ribbon-Ziele bringen. Fazit: Die technische Erholung zum Quartals und Halbjahreswechsel scheint mit dem heutigen Auftakt in Europa bereits zu ½ eskomptiert.

Es bleibt daher bei den Sicherungsstrategien und einem Alpha-Management über die Branchenrotation in den jeweiligen Regionen. Die Währungsparitäten werden weiter den „Trigger“ für die Kursbewegungen darstellen, ohne EU€ - Erholung ist keine Aktienmarkterholung zu erwarten.

Die Markttechnik grün, das Momentum gelb und im Sentiment grün.